Montag, 13. Oktober 2014

Ein glückliches Hundeleben!

Ich weiss noch genau die Stunde,
als Du kamst in unsere Runde.
Schautest alle einzeln an.
"Diesen nehme ich", sagtest Du dann.

Hoch genommen auf den Arm,
bei Dir war es sehr schön warm.
Der Geruch, der war mir neu,
und ich dachte voller Scheu,
was kommt jetzt auf dich zu,
und ich hatte keine Ruh.

Ab ins Auto, schon ging's los,
wohin komm ich denn nun bloß ?
Bald war diese Fahrt vorbei,
mir war alles einerlei.
Denn vor Angst konnt' ich nur beben,
auf den Teppich ging der Segen.

Ins Körbchen setztest Du mich nun,
um mich dort mal auszuruhen.
Neugierig sah ich mich dann um,
aber es war doch zu dumm.

 Keiner war zum spielen da,
und es wurde mir nun klar;
jetzt bist du doch ganz alleine,
hört denn keiner, dass ich weine?

Dann kamst Du ins Zimmer rein,
sprachst ganz ruhig auf mich ein.
Mein ganzer Kummer war verflogen,
sie war'n weg nun meine Sorgen.

Es war, als hätte ich geträumt,
nun hatte ich einen großen Freund!
Viele Jahre sind wir nun zusammen,
sind durch Dick und Dünn gegangen.

Meine Beine wollen oft nicht mehr.
Das Laufen fällt mir oft gar schwer.
Ich will es nun doch einmal wagen
und es Dir ganz offen sagen:

Wenn mein Herz mal nicht mehr schlägt,
grossen Kummer Dich bewegt,
einen Trost in Deinem Leid:
Sie war schön mit Dir, die Zeit.

Denke dann in stillen Stunden,
wie viel Liebe uns verbunden.
Immer für den Andern da,
und es war doch wirklich klar:

Eine Liebe, rein wie Licht,
denn mein Herz schlug nur für Dich ! 

 Unbekannt




Sonntag, 12. Oktober 2014

Katzen - Zitate 1

Das kleinste Katzentier ist ein Meisterstück.
Leonardo da Vinci

Wenn ich zufällig einer Katze begegne und sehe,
wie sie die Pfoten setzt,
den grellen, starren,
rätselhaften Blick auf mich gerichtet,
wenn ich den weichen Klagelaut höre,
mit dem sie mich in ein
tiefsinniges Gespräch ziehen zu wollen scheint,
hebt sich meine Stimmung,
wie tief sie auch gesunken gewesen sein mag.
Ricarda Huch





Samstag, 11. Oktober 2014

Katzen Sprichworte 1

Wenn Gähnen reich machen würde,
wären Katzen Millionäre.
Afrikanisches Sprichwort

Einer Katze Augen sind Fenster,
die uns eine andere Welt erblicken lassen.
Irisches Sprichwort







Freitag, 10. Oktober 2014

Ugly - sein letzter Kampf

Eine Straßenkatze kämpft ihren letzten Kampf.
Und erlebt viel zu spät noch ein klitzekleines Wunder.

 Diese Geschichte ist unfassbar traurig.
Doch du musst sie unbedingt lesen. Es ist wichtig.

Alle Leute in dem Appartementkomplex, in dem ich lebte, kannten Ugly („hässlich“). Ugly war der ansässige Straßenkater. Er liebte drei Dinge auf der Welt: Kämpfen, Abfall essen - und Liebe.

 Die Kombination aus diesen Dingen und dem Leben auf der Straße hinterließ deutliche Spuren. Er hatte nur ein Auge und nur die leere Augenhöhle an der Stelle des anderen. Auf der selben Seite fehlte auch das Ohr, sein linker Fuß schien einmal schlimm gebrochen zu sein und war in einem schiefen Winkel wieder zusammengewachsen, so dass es aussah, als würde er immer abbiegen wollen. Ugly wäre eigentlich eine dunkelgrau getigerte Katze gewesen, wäre er nicht übersät von wunden Stellen an Kopf, Hals und Schultern.

 Jedes Mal, wenn jemand Ugly sah, kam dieselbe Reaktion: „Ist diese Katze hässlich!!!“ Alle Kinder wurden gewarnt, ihn nicht zu berühren, die Erwachsenen warfen mit Steinen nach ihm und versuchten, ihn mit dem Wasserschlauch zu verjagen, wenn er zu ihnen an die Wohnung kam.

 Ugly reagierte immer gleich. Wenn man mit dem Gartenschlauch kam, blieb er einfach stehen und ließ sich durchnässen, bis man selbst aufgegeben hat. Wenn man ihn bewarf, schmiegte er seinen schlaksigen Körper an die Beine und bat um Vergebung. Wenn er Kinder gesehen hat, lief er hin, miaute verzweifelt und stieß mit seinem Kopf an ihre Hände, um etwas Zuneigung zu erbetteln. Wenn man ihn auf den Arm nahm, fing er sofort an, am Hemd, am Ohrring oder irgendetwas Anderem zu nuckeln.

 Eines Tages wollte er mit den Huskies des Nachbarn spielen. Sie verstießen ihn aber und haben ihn übel zugerichtet. Ich hörte seine Schreie aus meiner Wohnung und wollte ihm zu Hilfe eilen. Als ich bei ihm ankam, war sein Ende offensichtlich schon besiegelt.

 Ugly lag da, die Hinterbeine und den Rücken schlimm verdreht, einen klaffenden Riss auf dem weißen Fellstreifen, den er vorn hatte. Als ich ihn hochnahm und nach Hause bringen wollte, konnte ich ihn keuchen und schnaufen hören und ich spürte, wie er sich quälte. Ich tue ihm schrecklich weh, dachte ich.

 Dann spürte ich ein vertrautes Zerren und Saugen an meinem Ohr - Ugly, voller Schmerz und Leid und kurz vor dem Tod, versuchte, daran zu nuckeln. Ich drückte ihn näher an mich und er rieb mit dem Kopf an meiner Handfläche, dann sah er mich mit seinem einen goldenen Auge an und ich konnte deutlich hören, wie er schnurrte. Auch unter den größten Schmerzen suchte diese hässliche, vernarbte und abgekämpfte Katze ein kleines bisschen Zuneigung und Barmherzigkeit.

 In diesem Moment dachte ich, dass Ugly das schönste und liebenswerteste Wesen war, das ich je gesehen hatte. Nicht ein Mal versuchte er mich zu kratzen, von mir wegzukommen oder sich zu winden. Ugly sah mich einfach an, voller Hoffnung, dass ich seinen Schmerz lindern könnte.

 Ugly starb in meinen Armen, noch bevor ich in der Wohnung war. Ich saß noch lange da und dachte darüber nach, wie ein entstellter kleiner Streuner meine Meinung so auf den Kopf stellen konnte - darüber, was eine wirklich reine Seele ist und was wahre, ehrliche Liebe. Ugly lehrte mich mehr über Barmherzigkeit und Großzügigkeit als es tausend Bücher, Vorträge oder Talkshows könnten. Dafür werde ich in Ewigkeit dankbar sein.

 Er war nur äußerlich vernarbt, ich war es aber von innen und es war höchste Zeit für mich, weiterzugehen und zu lernen, wie man ehrlich und wahrhaft liebt. Mich komplett denen zu widmen, für die ich sorge.

 Viele Menschen wollen reicher sein, erfolgreicher, beliebter. Aber ich will einfach nur „Ugly“ sein.

 Ugly hätte nicht sterben müssen, wenn irgendjemand schon vorher seine Scheu überwunden hätte und seine wahre Schönheit erkannt hätte. Teile Uglys Schicksal mit anderen, er soll nicht umsonst gestorben sein.

Unbekannt



Der Betrug

Man hat mich gesehen und kaufte mich prompt,
denn ich bin ein Hund, der vom Züchter kommt.
Und wird es nicht allenthalben empfohlen,
man soll gute Hunde beim Züchter holen?
Und alle Erwartungen trafen ein:
Ich bin hübsch, lieb und kann auch folgsam sein.

Mich hat man am Strand draußen aufgelesen,
da bin ich seit Monaten schon gewesen.
Man hat mich getreten, es gab nichts zu fressen,
dann stieß man mich weg und hat mich vergessen.
Bin alt nun und krank, mein Herz tut mir weh.
Hab nur gelernt, dass ich gar nichts versteh.

Ich wurde in einer Tonne geboren,
meine Finder gaben mich schon verloren.
Mein rechtes Ohr hängt, das linke blieb stehen
und auf einem Auge kann ich nicht sehen.
Ich liebe die Menschen und weiß nicht warum.
Sie finden mich hässlich, mickrig und dumm.

Ihr seht, ich bin hübsch und mein Fell ist glatt.
Man pflegte mich gut in der großen Stadt.
Sie haben mich sogar angezogen,
operiert und die Ohren hochgebogen.
Dann wurde ich an einen Baum gebunden,
dort hat mich nach Tagen jemand gefunden.

Und Du? Wer bist Du? Hast noch nicht gesprochen.

Hast bis jetzt mit der Nase am Gitter gerochen.
Wenn sie kommen um einen auszusuchen,
verschmähst du all ihre Hundekuchen.
Siehst niemanden an und willst dich nicht binden.
Möchtest du keine neue Familie finden?
Eine Pause tritt ein. Niemand sagt ein Wort.
Der Blick des Gefangenen driftet weit fort.
Sein Kopf ist erhoben, die Schultern gestrafft,
der Körper ist mager und doch voller Kraft.

Dann dreht er sich um, sein Schwanz fächelt
leicht den Wind, der von Norden herüberstreicht.
Der Blick seiner blauen Husky-Augen
scheint sich am Fragenden festzusaugen.

„Versteht ihr nicht“, flüstert er in den Wind,
dass wir nur eine Laune der Menschen sind?
Sie wollen uns schaffen nach ihrem Gefallen
und wissen doch nicht wohin mit uns allen.
In dieser Sekunde sind wir schon verloren,
denn es werden tausend Welpen geboren.

Wir sind zu viele, das ist der Betrug,
denn Menschen bekommen niemals genug.
Sie wissen es alle, doch die endlose Flut
immer neuer Hunde gefällt ihnen gut.
Die endlosen Züge der Überschussfracht
sind in Tierheimen ja wunderbar untergebracht.“

Sanft hebt er die Schnauze, setzt an zum Gesang.
Ein klagender Ton zieht die Gitter entlang.
Eine Türe schlägt zu und dann schweigt er still,
weil das, was er weiß, niemand wissen will.
Er legt sich nieder, bettet ruhig sein Haupt.
Oh ja, es sind viele! Viel mehr, als man glaubt....

Marc Nooneknows





Donnerstag, 9. Oktober 2014

Der Löwe und die Maus

Eine lebenslustige, kleine Maus tollte übermütig um einen Löwen herum, der in der warmen Mittagssonne vor sich hindöste. Der waghalsige Mäuserich stieg dem König der Tiere sogar auf die riesigen Pranken und beäugte sie neugierig. Da wurde der Löwe wach, packte die kleine Maus und wollte sie fressen.

Das Mäuschen zappelte vor Angst und stotterte: "Lieber Herr König, ich wollte dich nicht aufwecken, wirklich nicht. Bitte, bitte, lass mich leben. Was hast du von so einem geringen, mageren Bissen, den deine großen Zähne nicht einmal spüren? Sonst sind Hirsch und Stier Opfer deiner ruhmreichen Jagd. Was kann dir denn ein so winziges Wesen, wie ich es bin, schon für Ehre einbringen? Ich gebe dir mein Mausewort, wenn du mich freilässt, dann werde ich dir bestimmt auch einmal aus der Not helfen."

Der Löwe musste über diese kühnen Worte schmunzeln, und versonnen betrachtete er den kleinen Wicht in seinen großen Tatzen. Der Gedanke, dass er jetzt Herr über Leben und Tod war, erschien ihm göttlich. "Lauf, kleiner Wildfang, ich schenke dir dein Leben", sagte er feierlich und öffnete langsam seine Pranken.

Als die Maus behände davon flitzte, rief er ihr neckend nach: "Vergiß dein Versprechen nicht!"
Einige Monate später geriet der Löwe auf seiner Jagd in eine Falle. Ein festes Stricknetz hielt den gewaltigen König der Tiere gefangen. Der Löwe tobte und zerrte an den Maschen, aber es half nichts, das Netz war zu eng geknüpft. Der Löwe konnte sich kaum darin bewegen.

Eine Maus huschte vorbei, stutzte und piepste: "Bist du nicht der große Freund von meinem Bruder, den du Wildfang genannt hast?" Im Nu hatte er seinen Bruder herbeigeholt, und beide Mäuschen zernagten emsig und mit großer Ausdauer die festen Maschen, Stück für Stück, bis sie ein großes Loch ins Netz gebissen hatten, durch das der dankbare Löwe entkommen konnte.

Jean de La Fontaine 






Ratten im Versuchslabor

Ratten im Versuchslabor

Um des Forschers Ruhm zu mehren,
und der Wissenschaft zu Ehren,
sterbt ihr einen schlimmen Tod,
Eure Schreie in der Not
erreichen keines Menschen Ohr,
Ratten im Versuchslabor.

Geburt und Tod,
so kurze Spannen,
Leben nur in Plastikwannen,
kleine Nasen schauen hervor,
Ratten im Versuchslabor.
Festgeschnallt auf kalten Tischen,
keine Chance zu entwischen,
bringt Euch des Menschen Hand den Tod,
in euren Augen Angst und Not,
steht so vielen noch bevor,
Ratten im Versuchslabor.

Lacke, Farben, giftige Stoffe,
weil der Mensch auf Fortschritt hoffe,
verbrannt, zerstückelt und geschunden,
Elektroden im Gehirn gefunden,
Der Nobelpreis steht bevor,
Ratten im Versuchslabor.

Totgeschunden, weggeschafft,
alles im Dienst der Wissenschaft.
Folterqualen mannigfaltig,
Forscher phantasiegewaltig,
Im Erfinden von Todesarten,
jedes Mitleid er verlor,
Ratten im Versuchslabor.

Und wir alle, wir bezahlen,
Euer Leid und Eure Qualen,
muss der Mensch in seinem Leben
stets nach Neuerungen streben?
Geplagte Tiere schreien im Chor,
Ratten im Versuchslabor.

Stets will ich nur dafür Leben,
Euch die Freiheit wieder geben,
alles setz` ich dafür ein,
Ihr sollt einmal glücklich sein,
ein langer Kampf wird es zuvor,
für Ratten im Versuchslabor!

Für alle Vergessenen in deren Schuld wir stehen!


Rattza hat dieses Gedicht geschrieben und mir erlaubt, es zu veröffentlichen.





Mittwoch, 8. Oktober 2014

Fuchs und Holzhacker

Ein vor Jägern fliehender Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich einen Holzhacker und bat denselben inständig, ihn doch bei sich zu verbergen.
Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs hineinging und sich in einem Winkel versteckte.
Als die Jäger kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die Jäger hatten nicht darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder.

Wie nun der Fuchs sie fortgehen sah, ging er wieder heraus, ohne etwas zu sagen; und als der Holzhacker ihm Vorwürfe machte, dass er ihm, durch den er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der Fuchs nochmals um und sprach: "Ich wüsste dir gerne Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden im Einklang stünden."

Die Fabel geht diejenigen an, die zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen,
durch ihre Handlungen aber das Gegenteil an den Tag legen.

Abraham a Santa Clara 





Tiere unterm Weihnachtsbaum

Unter einem Weihnachtsbaum, ... da liegt ein ...kleiner Hundetraum.
Ein Welpe, so ein süsser Schatz, Geschenk für den Familienfratz.
Doch diese hält vom Hund nicht viel, mag viel lieber ihr Videospiel.

Der Hund, der will ein wenig Liebe, bekommt doch Tritte und auch Hiebe…
und weil er auch nicht immer hört, ist das Familienglück gestört.

Das Tisch- und Stuhlbein angenagt, wird er in den Hof gejagt.

Dort lebt er Tage, Wochen, Jahre, niemand kämmt mal seine Haare.

Bewachte er den Hof und bellte, gab es für den Lärm noch Schelte.
Die Zeit geht rum, und er wird alt, die Nächte, die sind immer kalt.
Ganz einsam, ohne etwas Schutz, liegt er dort in seinem Schmutz.

Er hofft noch immer auf ein Wunder, denn seine Jahre werden runder.

Doch Liebe, die bekommt er nicht. Bei Kälte quält ihn auch die Gicht.
Aber seine Familie, die kümmert das nicht.

Er würd’ doch ALLES für sie machen, während sie unterm Christbaum lachen. Er würde ihnen sein Leben schenken, damit sie nur einmal an ihn denken.

Er ist so einsam und so schwach, er hofft so sehr auf die heilige Nacht.
Und dass ein Engel ihn bewacht.

Denn wenn er geht, so ganz allein, hofft er dass doch jemand um ihn weint….

Dieses Jahr unter der Tanne liegt für die Tochter nun ein Nerz...

und draußen, einsam in der Kälte stirbt ganz allein ein Hundeherz…

Nach Jahren unterm Weihnachtsbaum, erlischt ein kleiner Hundetraum…


Unbekannt







Dienstag, 7. Oktober 2014

Ich bin ich

Auf der bunten Blumenwiese geht ein buntes Tier spazieren, wandert zwischen grünen Halmen, wandert unter Schierlingspalmen, freut sich, dass die Vögel singen, freut sich an den Schmetterlingen, freut sich, daß sich`s freuen kann.

Aber dann... Aber dann stört ein Laubfrosch seine Ruh und fragt das Tier: "Wer bist denn du?" Da steht es und stutzt und guckt ganz verdutzt dem Frosch ins Gesicht: "Das weiß ich nicht." Der Laubfrosch quakt und fragt: "Nanu? Ein namenloses Tier bist du? Wer nicht weiß, wie er heißt, wer vergisst, wer er ist, der ist dumm!" Bumm. Auf der bunten Blumenwiese will das bunte Tier nicht bleiben. Irgendeinen will es fragen, irgendeiner soll ihm sagen, wer es ist."Guten Morgen Pferdemutter! Guten Morgen Pferdekind! Seid ihr nicht vielleicht zwei Tiere, die mir ähnlich sind? Denn ich bin, ich weiß nicht wer, dreh mich hin und dreh mich her, dreh mich her und dreh mich hin, möchte wissen, wer ich bin."

"Kleiner", sagt das Pferdekind, "deine Haare wehn im Wind, so wie meine. Aber deine kleinen Beine sind so kurz, und deine Ohren sind viel länger als bei mir - nein, du bist ein anderes Tier!" Auch die Pferdemutter stupst es mit dem weichen Pferdemaul: "Niemals wird aus dir ein Gaul! Bist ein Hasen-Katzen-Hund oder sonst ein Kunterbunt, hast ein lustiges Gesicht, doch ein Pferd? Das bist du nicht!" Auch die Kuh sagt: "Nanu! Was für einer bist denn du?" Schaf und Ziege, jeder spricht: "Nein, ein Pferd, das bist du nicht!"
Auf dem Plitscher-Plätscher-Wasser fährt ein Ruderboot spazieren, und das bunte Tier darin schwimmt es zu den Fischen hin. "Guten Morgen, liebe Fische, schaut mich vorn und hinten an! Ob mir einer helfen kann? Denn ich bin, ich weiß nicht wer, schwimme hin und schwimme her, schwimme her und schwimme hin, möchte wissen wer ich bin." Alle Fische groß und klein, kommen blitzschnell angeschossen, fächeln freundlich mit den Flossen. Alle wundern sich: "Nanu!" Alle blubbern sie ihm zu: "tut uns Leid, du buntes Tier, hast zwar Augen, so wie wir, bist auch gar kein schlechter Schwimmer, doch ein Fisch? Nein! Nie und nimmer!"

Auf dem Plitscher-Plätscher-Wasser fährt das flinke Boot dahin; und das bunte Tier darin lässt sich auf den schnellen Wellen weiter, immer weiter tragen. Sieht auf einmal viele Inseln ringsrum aus dem Wasser ragen. Weiße Vögel sitzen darauf, sperren ihre Schnäbel auf. "Diese Vögel", denkt das Tier, "warten hier, damit sie mir sagen können, wer ich bin." Und schon lenkt`s den Kahn dorthin, packt das Ruder fester an, rudert, was es rudern kann. Aber dann... Aber dann macht das Tier mit seinem Kahn beinah einen Purzelbaum. Stößt wo an, fährt wo drauf, und die Insel taucht auf. vor ihm steht ein großes Nilpferd, und das Nilpferd sagt: "Nanu! Was für einer, bunter Kleiner, bist denn du?" "Ach, ich bin, ich weiß nicht, wer, fahre hin und fahre her, fahre her und fahre hin, möchte wissen wer ich bin." Darauf geht das Nilpferd stumm dreimal um das Tier herum, grunzt und schnauft und seufzt und spricht: "Wer du bist, das weiß ich nicht. Zwar sind deine Stampferbeine grad so wunderschön wie mein. Aber sonst, du buntes Tier, ist rein gar nichts wie bei mir. Pony-Fransen, Dackel-Ohr, so was kommt bei mir nicht vor."

Als das Tier betrübt und still seiner Wege ziehen will, sagt das Nilpferdkind: "Kleiner Bunter, bist du blind? Schau doch, schau! Ganz genau so ein schöner Schwanz wie deiner, nur vielleicht noch etwas bunter, hängt da vom Baum herunter. Dieser Auf-dem-Baum-Sitzer, dieser schöne Schwanz-Besitzer soll dir sagen, wer du bist!" Und das Tier bedankt sich sehr, fliegt dem schönen Schwanz-Besitzer, fliegt dem Durch-den-Urwald-Flitzer hinterher. "Lieber Papagei, hör zu! bin ich nicht vielleicht wie du? Denn ich bin, ich weiß nicht, wer, fliege hin und fliege her, fliege her und fliege hin, möchte wissen, wer ich bin." Verwundert macht der Papagei die Augen auf und zu, und scharrt und knarrt und kreischt: "Nanu! Du dummer, kleiner Bunter, du, wie lang dein Schwanz auch immer sei, du bist bestimmt kein Papagei. Laß mich in Ruh!" An den dunklen Abendhimmel hängt der Halbmond seinen Bogen; eine kleine weiße Wolke kommt daran vorbeigezogen. Müde denkt das bunte Tier: "So ein Himmelbett wär fein..." Und schon legt es sich hinein, reckt sich, streckt sich, und es deckt sich mit der weichen Wolke zu, macht auf angenehme Weise, schlafend eine Reise. Wo wird es morgen sein?

Durch die Stadt und durch die Straßen geht das bunte Tier spazieren und begegnet neuen Tieren. Trifft vor dem Bäckerladen eine ganze Schar von Hunden. Alle sind kurz angebunden, alle zerren an der Leine, dicke, dünne, große, kleine, ruppige und struppige, seidige, geschmeidige, gut dressierte, schön frisierte, schmale, breite, Seite an Seite, dumme Hunde und gescheite. "Guten Morgen, liebe Hunde! Bin ich nicht vielleicht wie ihr, ähnlich diesem Dackel hier? Denn ich bin, ich weiß nicht, wer, suche hin und suche her, suche her und suche hin, möchte wissen, wer ich bin." Alle Hunde, groß und klein, bellen laut: "Was fällt dir ein? Hast zwar Ohren wie ein Dackel, auch sein Freuden-Schwanz-Gewackel. Aber deine kleinen Beine sind nicht so schön krumm wie seine, hast auch keine Hundeleine- und bist überhaupt zu bunt und kein Hund!"

Durch die Straßen geht das bunte Tier spazieren; geht und denkt so vor sich hin: "Stimmt es, das ich gar nichts bin? Alle sagen, ich bin keiner, nur ein kleiner Irgendeiner... Ob`s mich etwa gar nicht gibt? Bin kein Fisch, kein Pony und kein Nilpferd und kein Hund, nicht einmal ein Hundefloh - oooh!" Und das kleine bunte Tier, dass sich nicht mehr helfen kann, fängt beinah zu weinen an.

Aber dann...Aber dann bleibt das Tier mit einem Ruck, mitten im Spazieren gehen, mitten auf der Straße stehen, und es sagt ganz laut zu sich: "Sicherlich gibt es mich!" Durch den Park, auf allen vieren, geht das ICH-BIN-ICH spazieren, freut sich an der schönen Welt, die ihm wieder gut gefällt. Plötzlich sieht es überm Rasen lauter runde Seifenblasen. Viele helle bunte Bälle, große, kleine, zarte, feine, wie aus Glas- schön ist das! Und das kleine ICH-BIN-ICH fliegt zur allergrößten hin, sieht sein eigenes Bild darin, sieht ein kleines ICH-BIN-ICH: Sich! Patsch, da fährt es mit der Nase mitten in die Seifenblase, und der schöne Spiegelball, der zerplatzt mit leisem Knall. "Macht nichts!", sagt das ICH-BIN-ICH. "War ja nur ein Spiegeltier! Es ist fort und ich bin hier. Ich bin hier - und diese Wiese, wo die bunten Blumen stehn, hab ich die nicht schon gesehen? So ein Glück, bin zurück auf der alten Wiese!"

Zwischen hohen grünen Halmen geht das ICH-BIN-ICH spazieren, dreht sich nicht mehr hin und her, denn es ist - ihr wisst schon wer. Läuft gleich zu den Tieren hin; "So, jetzt weiß ich, wer ich bin! Kennt ihr mich? ICH BIN ICH!" Alle Tiere freuen sich, niemand sagt zu ihm: "Nanu?" Schaf und Ziege, Pferd und Kuh, alle sagen: "Du bist du!" Auch der Laubfrosch quakt ihm zu: "Du bist du! Und wer das nicht weiß, ist dumm!" Bumm.

Mira Lobe







Die Regenbogenbrücke

Es gibt ein Leben nach dem Tod - auch für Tiere.


Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras. Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken, und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen. Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht. Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!

Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.

Die Füße tragen es schneller und schneller. Es hat Dich gesehen.
Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen, nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest. Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder, und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres, das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und ihr werdet nie wieder getrennt sein...

Unbekannt





Montag, 6. Oktober 2014

Brüder in der Not

Einst hatten ein Rabe und eine Katze Brüderschaft geschlossen; und während die beiden nun zusammen unter einem Baum saßen, erblickten sie plötzlich einen Panther, der gerade auf den Baum zu schlich. Doch sie hatten ihn nicht eher bemerkt, als bis er in der Nähe des Baumes war.

Da flog der Rabe hoch in den Baum, die Katze aber blieb vor Schreck wie versteinert sitzen und rief dem Raben zu: "Lieber Freund, weißt du ein Mittel, mich zu retten, wie ich es von dir erhoffe?" Der Rabe antwortete ihr: "Man erwartet von Brüdern, daß sie im Falle der Not nach einem Ausweg suchen, wenn das Unglück über sie hereinbricht.

Wie sagt doch der Dichter:
»Der echte Freund, der bei dir bleibt,
Sich schadet, um dir Vorteil zu bereiten;
Der, wenn des Schicksals Laune dich vertreibt,
Sich für dich hingibt, um dich heim zu leiten.«

Es waren aber in der Nähe des Baumes Hirten, die Hunde bei sich hatten; nun flog der Rabe fort und schlug dabei mit den Flügeln auf die Erde, krächzte und schrie. So näherte er sich den Hirten, schlug mit seinem Flügel einem der Hunde ins Gesicht und flog wieder ein wenig in die Höhe, während die Hunde ihm nachsetzten und ihn verfolgten. Einer der Hirten, der das gesehen hatte, stand auf und auch er folgte ihm nun. Der Rabe aber flog immer nur so weit, dass er den Hunden gerade noch entrinnen konnte und sie doch gierig machte, ihn zu zerreißen; dann stieg er wieder ein wenig auf, und die Hunde liefen hinter ihm her. So kam er schließlich an den Baum unter dem sich jetzt der Panther befand. Als jedoch die Hunde den Panther erblickten, sprangen sie auf ihn los; und der Panther wandte sich zur Flucht, nachdem er bereits geglaubt hatte, die Katze verspeisen zu können. So wurde die Katze durch die List ihres Freundes, des Raben, gerettet.

Und diese Geschichte lehrt uns,
dass die Liebe unter den lauteren Brüdern vor Not und Tod behütet und bewahrt.

Tausendundeine Nacht







Kämpfen

Kämpfen für die Tiere!
Schläge, Blut, Hunger, Schmerzen.
Wie kann man nur so etwas tun!

Solange Menschen solche liebevolle Geschöpfe verletzen,
werden wir nicht ruh´ n!

Gebrochene Knochen, blutende Wunden,
der Körper kaputt, die Seele geschunden.

Ein einziger Schlag, das Leben zerstört,
qualvolle Schreie, die jeder hört!

Jede Bewegung nur Mühe und Leid,
habt ihr schon mal gehört, wie ein Galgo schreit?

Unschuldig, wieder Prügel und Hiebe,
ist das der Lohn für ihre Liebe?

Vor Angst weit aufgerissene Augen,
wo sie doch erst an das Gute im Menschen glaubten.

Einfach so lassen sie es über sich ergehen,
bis sie irgendwann nicht mehr aufstehen.

Erhängt, verbrannt, erstickt, erschlagen,
in tiefen Gruben lebendig begraben.

Verhungert am Baum, oder durch Pflöcke im Kiefer,
grausam ist es - und doch tun sie´s wieder.

Enttäuschung, Hass, Entsetzten, Wut.
Helft! Gebt ihnen neuen Lebensmut.

Der Weg ist lang und du wirst stark bleiben müssen,
doch es lohnt sich, auch nur ein Leben in Sicherheit zu wissen.

Auch wenn nur der Tod sie erlösen kann,
gebe nicht auf, fang wieder von vorne an.

Denn nicht zum Sterben sind sie geboren,
wer kämpft, kann verlieren - wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Unbekannt







Sonntag, 5. Oktober 2014

Der alte Esel

Gott erschuf den Esel und sagte zu ihm:
"Du bist ein Esel. Du wirst unentwegt von morgens bis abends arbeiten und schwere Sachen auf deinem Rücken tragen. Du wirst Gras fressen und wenig intelligent sein. Du wirst 50 Jahre leben."

Darauf entgegnete der Esel:
"50 Jahre so leben ist viel, gib mir bitte nicht mehr als 30 Jahre."
... und es war so."

Dann schuf Gott den Hund und sprach zu ihm:
"Du bist ein Hund. Du wirst über die Güter der Menschheit wachen, deren ergebenster Freund du sein wirst. Du wirst essen, was der Mensch übrig lässt und 25 Jahre leben."

Der Hund antwortet:
"Gott, 25 Jahre so zu leben, ist viel. Bitte nicht mehr als 10 Jahre."
... und es war so."

Danach schuf Gott den Affen und sprach:
"Du bist ein Affe. Du sollst von Baum zu Baum schwingen und dich verhalten wie ein Idiot.
Du wirst lustig sein und so sollst du für 20 Jahre leben."

Der Affe sprach:
"20 Jahre als Clown auf der Welt zu leben, ist zu viel. Bitte gib mir nicht mehr als 10 Jahre."
... und es war so.

Schliesslich erschuf Gott den Mann und sprach zu ihm:
"Du bist ein Mann, das einzige rationale Lebewesen, das die Erde bewohnen wird. Du wirst deine Intelligenz nutzen, um dir die anderen Geschöpfe Untertan zu machen.
Du wirst die Erde beherrschen und für 20 Jahre leben."

Darauf sprach der Mann:
"Gott, Mann zu sei für 20 Jahre ist nicht genug. Bitte gib mir die 20 Jahre, die der Esel ausschlug,
die 15 Jahre des Hundes und die 10 Jahre des Affen."

So sorgte Gott dafür, dass der Mann 20 Jahre als Mann lebt, dann heiratet und 20 Jahre als Esel, von morgens bis abends arbeitet und schwere Lasten trägt.

Dann wird er Kinder haben, und 15 Jahre wie ein Hund leben, das Haus bewachen und das essen, was die Familie übrig lässt.

Im hohen Alter, lebt er dann als Affe,
verhält sich wie ein Idiot und amüsiert seine Enkelkinder.
...und so ist es.

Unbekannt




Gedanken eines sterbenden Hundes

Es war ein regnerischer Tag, als ich noch einmal einen Streifzug durch die große Stadt machen wollte. Der Rasen und die Büsche waren naß, und es war mir eigentlich doch zu ungemütlich, bei diesem Wetter noch draußen zu bleiben. Doch den ganzen Tag hatte ich noch nichts gefressen,mein Magen knurrte so laut,und es tat weh...

Ich wollte so schnell wie möglich wieder zur Ruine zurück, denn nun fing auch schon wieder der Regen an. Die breite Straße, die mich von meinem ungemütlichen, feuchten Zuhause trennte, schien mir leer, und der Asphalt glänzte vor Nässe. Ich lief so schnell ich konnte los - doch das Auto war auf einmal da. So schnell kam es auf mich zu. Die Scheinwerfer blendeten meine Augen - und plötzlich spürte ich einen schlimmen, ganz schlimmen Schmerz. Ich wurde durch die Luft geschleudert und fiel mit meinem Körper auf die Kante der Straße, die dort angebracht war, weil da ein Rasen und Bäume wuchsen. Ich hatte so furchtbare Schmerzen, und ich hatte solche Angst. Als ich mein Köpfchen hob, sah ich das Auto, das mich angefahren hatte, und ich konnte es nicht verstehen: es fuhr weiter. Es fuhr einfach weiter und ließ mich hier liegen! Und ich hatte doch solche Schmerzen! Ich versuchte aufzustehen, doch es ging nicht. Mein Hinterbein tat so schrecklich weh, und auch das Luftholen fiel mir furchtbar schwer. Jetzt fing es auch noch ganz stark zu regnen an, und ich spürte, wie sich um mich herum eine Pfütze bildete. Das Wasser auf der Straße wurde immer höher und ich hatte kaum noch Kraft, meinen Kopf hochzuhalten. Wasser lief in meine Nase, lief in meinen Mund, und es tat so furchtbar weh! Autos fuhren an mir vorbei. Es waren viele Autos, und immer wieder versuchte ich, mein Köpfchen zu heben, damit die Menschen, die in den Autos fuhren, sehen konnten, dass ich Hilfe brauche - doch keiner hielt an. Ich weinte vor Schmerzen, doch niemand sah meine Tränen. Niemand war da, sie fuhren alle an mir vorbei. Ich fühlte, daß mein Leben zu Ende ging, und ich wollte doch gar nicht sterben! Ich war doch immer lieb gewesen! Habe ich mich nicht immer mit Zärtlichkeiten bedankt und meine Liebe zu den Menschen gezeigt, weil ich ihnen so vertraute? Ich fing an zu frieren. Es war so kalt, und ich hatte so entsetzliche Schmerzen! Warum, ihr Menschen, fahrt ihr alle an mir vorbei? Warum helft ihr mir denn nicht? Ich möchte noch nicht sterben! Ich bin doch erst ein Jahr alt! Ich weiß nicht, wie lange ich in dieser nassen Pfütze gelegen habe. Ich wurde auf einmal ganz müde. Ich versuchte, mein Köpfchen aus der Pfütze herauszuhalten, doch ich hatte keine Kraft mehr. Mein Kopf fiel ins Wasser zurück und ich dachte: "Jetzt ist es aus. Jetzt stirbst Du."

Da - auf einmal waren Menschen da. Sie streichelten meinen kalten Körper und hoben mich hoch. Ich wurde in eine Jacke eingewickelt und vorsichtig in ein Auto getragen. Ich freute mich, trotz meiner schlimmen Schmerzen, so sehr! Es gab doch noch gute Menschen, die mir helfen wollten. Sie fuhren mich zu einem Tierarzt, der ganz in der Nähe war, und ich versuchte ganz ruhig zu bleiben, damit ich meine Schmerzen besser ertragen konnte. Die Menschenfrau, die mich trug, streichelte mich unentwegt, die beiden Kinder im Auto weinten vor Sorge um mich, und die Fahrerin bemühte sich, vorsichtig zu fahren, damit ich keine Erschütterungen spürte. Ich dachte an meine 9 Welpen, die in der Ruine alleine waren und auf mich warteten, und ich freute mich so sehr, dass man mir helfen wollte. Die fremden Menschen waren so besorgt, und wie gern wollte ich weiterleben in dieser Menschen- Welt! Ich hörte die Fahrerin sagen: "Endlich, wir sind da - jetzt wird alles gut!" - da wurde es um mich plötzlich dunkel und kalt, und ich spürte - es war zu spät! Ich hatte keine Kraft mehr in meinem Körper und fühlte keine Schmerzen mehr! In den Armen der fremden Frau schlief ich für immer ein, als sie mit mir an der Haustür des Tierarztes stand. Danke, den Menschen, die mich nach endlos langer Zeit schwerverletzt mitnahmen, um mein Leben zu retten; danke den beiden Kindern, die vor Sorge um mich, einen unbekannten Strassenhund, weinten und Verachtung den Menschen, die so herzlos sind, an einem schwerverletzten Tier vorbeizufahren .....

Samstag, 4. Oktober 2014

Die kleine Mücke Traurigkeit

Die kleine Mücke Traurigkeit flog durch die Welt. Immer wenn sie jemanden stach, wurde derjenige von unerklärlicher Traurigkeit ergriffen. Niemand verstand dann, was mit dem Betreffenden los war, denn es passierte von einem Augenblick zum nächsten. Er selbst verstand es meist auch nicht. In einem Moment war er noch ganz fröhlich und dann überfiel ihn eine mächtige Traurigkeit.

Die kleine Mücke Traurigkeit merkte, dass die Menschen um sie herum immer trauriger wurden. Sie störte das nicht weiter, denn sie hielt Traurigkeit für ganz normal. Nie hörte man von ihr ein Lachen, nie flog sie lustige Kapriolen in der Luft. Die anderen Mücken mieden sie, denn sie war so traurig, dass sich die anderen von ihr nicht anstecken lassen wollten. So war die kleine Mücke Traurigkeit ganz alleine mit ihrer Traurigkeit.

Eines schönen Sommerabends traf sie eine Grille, die ein wunderschönes Grillen-Konzert veranstaltete.

"Was für eine schöne Musik." sagte die Mücke traurig.

"Nicht wahr", freute sich die Grille, "Musik macht ein fröhliches Gemüt und ein glückliches Herz."

"Was ist das?" fragte die kleine Mücke.

"Was ist was?" die Grille verstand sie nicht.

"Na, was ist ein fröhliches Gemüt und ein glückliches Herz?" wollte die kleine Mücke wissen.

"Wer bist denn du, dass du das nicht weißt?" fragte die Grille erstaunt.

"Ich bin die kleine Mücke Traurigkeit." stellte sich die kleine Mücke vor.

"Na, dann ist ja alles klar", seufzte die Grille, "du armes kleines Wesen."„

"Kann ich lernen, was ein fröhliches Gemüt und ein glückliches Herz ist?" fragte die kleine Mücke.

"Hör mir einfach nur zu" antwortete die Grille.

Und die Grille begann das schönste Grillen–Konzert ihres Lebens. Sie spielte leicht und fröhlich, wehmütig und liebevoll. Sie spielte alle Melodien die sie kannte und noch einige mehr. Mal klang ihre Musik hell und klar, mal klang sie übermütig und ausgelassen. Doch immer klang die Fröhlichkeit darin mit. Die Grille spielte so schön, wie noch nie in ihrem Leben. Die kleine Mücke Traurigkeit lauschte ganz hingerissen. Aber nicht nur sie, sondern alle, die die Musik der Grille hörten, hielten inne und begannen zu lauschen. Die schönen Klänge gruben sich tief in alle Herzen. Die kleine Mücke Traurigkeit vergaß ihre Traurigkeit, während sie der Musik atemlos lauschte. Und mit einem Mal passierte etwas ganz besonderes mit der kleinen Mücke. Weil sie ihre Traurigkeit nicht mehr spürte, wurde in ihrem Herzen Platz für viele andere Gefühle. Mit der Musik erlebte sie Freude und Lachen, und spürte Übermut und Fröhlichkeit, von der sie gar nicht wusste, dass es sie gab.

Als die Grille geendet hatte, dankte ihr die kleine Mücke ganz bewegt und voller Freude.

"Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Nie habe ich mir vorstellen können, dass es so viele Gefühle gibt" staunte die kleine Mücke glücklich. "Das werde ich nie vergessen. Du hast mir ein wunderschönes Geschenk gemacht."

"Damit hast du mir auch ein schönes Geschenk gemacht." gab die Grille zurück. "Wenn jemandem meine Musik gefällt, ist das das allerschönste für mich."

Die kleine Mücke verabschiedete sich von der Grille. Und sie machte sich auf die Suche nach einem neuen Namen.

Unbekannt




Der kleine Eddy

Hallo, ich bin der kleine Eddy und bevor ich über die Regenbogenbrücke meine letzte Reise antrete, möchte ich Euch meine kleine Geschichte erzählen. Keine Angst, sie ist wirklich nicht sehr lang, denn vier Wochen Leben ist nicht die Welt.  
Als ich draußen geboren wurde, bekam ich ein Schicksalsbuch mit vier Seiten mit. Für jede Woche, die ich leben darf, eine Seite. Nun wurde meine letzte Seite aufgeschlagen und diese Seite verbringe ich bei der Kittenhilfe Erkelenz, bei meiner Pflegemami. Als man mich fand und ich bei meiner Pflegemami an kam, dachte niemand daran, dass ich es nicht schaffen würde. Man sah es mir ja auch nicht an. Beim TA dann die traurige Diagnose, ich schaffe es nicht. Ich merke auch selber, dass ich immer schwächer werde, kaum noch Nahrung aufnehmen kann und meine Kraft langsam zu Ende geht. Ich schlafe jetzt sehr viel, liege nur noch und nur wenn ich bei meiner Pflegemami auf dem Arm bin, versuche ich sie anzuschauen. Mehr schaffe ich schon nicht mehr und darum kuschel ich mich einfach nur in ihren Arm und so bleiben wir dann ganz ruhig miteinander. Ich spüre dann ihr Herz schlagen, so wie ich vor vier Wochen das Herz meiner Mami schlagen spürte.

Glaubt mir, ich möchte so gerne leben, nichts wäre mir wichtiger, als einmal durchs Zimmer zu toben, mit glücklichen Augen die Welt zu erobern und mit lieben Menschen zu schmusen. Aber wie darf ich das, wenn mein Buch nun bald zugeschlagen wird und meine Pflegemami mein letztes Kapitel schreibt. Denn ich bin ein Baby, das geboren wurde, um zu sterben. Bald meine kleinen Äuglein zum letzten Mal schließe und nie mehr die Liebe spüre, die mir so gut tut.

Ich bin traurig. Traurig, weil ich nicht verstehe, warum ich sterben muss. Meine Pflegemami versucht es mir zwar zu erklären, aber sie schafft es nicht richtig, weil sie dann immer wieder in Tränen ausbricht. Dann drückt sie mich ganz feste an sich und ist total verzweifelt, weil sie in diesem Jahr schon so viele Seelchen wie mich im Arm gehalten hat. Und heute hörte ich sie auch sagen, das sie bald keine Kraft mehrt hat, uns zu begleiten. Sie hat keine Pause, kann keine neuen Kräfte sammeln, weil ihr immer wieder Babys gebracht werden, deren Schicksalbuch nur wenige Seiten haben.

Meine Pflegemami kämpft um mich. Ich weiß, sie will das noch nicht so wahr haben. Aber wenn sie in mein Bettchen schaut und mich so kraftlos darin liegen sieht, spürt sie schon, wie verloren sie ist. Dann nimmt sie mich in den Arm, versucht stark zu sein und denkt, ich merke das nicht. Aber ich spüre das und es tut mir leid, dass ich nicht mit ihr viele Wochen verbingen darf. Es tut mir leid, dass ich nicht einmal ein Baby sein werde, dass in die Welt hinaus zieht, um sein Happy End zu leben und es tut mir leid, dass sie nie wegen mir Freudentränen weinen darf. Aber ich weiß auch, dass sie mir nie böse sein wird. Denn sie hat mich schon geliebt, als ich ihr das erste Mal mit meinen runden Knopfäuglein in die Augen gesehen habe. Und auch wenn ich nicht mehr lange bei ihr sein darf, weiß ich doch, sie wird mich nie vergessen und ganz feste in ihrem Herzen halten. Und wenn ich dann oben angekommen bin, wird der Schluppi sich um mich kümmern, mich in seine warmen Pfoten nehmen, mich lieben und behüten, so wie es meine Pflegemami hier macht.

Ich habe lange überlegt, ob ich Euch von mir erzählen soll. Denn, es gibt ja genug Elend auf der Welt und schöne Bilder und Geschichten tun der Seele gut. Aber ich wäre ja auch ein schönes Bild und eine schöne Geschichte geworden, wenn mein Schicksalsbuch es gewollt hätte. Doch ich bin eins von vielen Babys, die schon krank geboren werden. Geboren, um zu sterben. Und das nur, weil einige Menschen immer noch nicht bereit sind, die Katzen kastrieren zu lassen. Darum müssen unsere Mütter Babys über Babys bekommen. Solange, bis solche Babys wie ich dabei raus kommen. Und glaubt mit, wir wollen nicht sterben. Wir haben Angst davor und wenn der Tag kommt, drücken wir uns ganz fest in die Arme unserer Pflegemami, die uns dann zärtlich in ihrem Arm wiegt, bis wir bereit sind, zu gehen. Unsere Pflegemami wünscht uns verlorenen Babys immer, dass wir sanft einschlafen dürfen. Manche von uns dürfen das auch , aber manche dürfen das nicht und dann hilft uns der Tierarzt ganz sanft, den letzten Weg zu gehen.

Aber bevor ich jetzt gehe, habe ich eine Bitte und ich hoffe, ich darf sie stellen. "Bitte, lasst Eure Katzen kastrieren und sagt es auch weiter. Erzählt den Menschen meine Geschichte und bittet sie, ihren unkastrierten Katzen dies nicht anzutun. Nicht anzutun, dass sie Babys bekommen, die geboren werden, um zu sterben. Und sagt Ihnen, dass die süßesten Babys es nicht wert sind, wenn nur eins drunter ist, dass so traurig ist, weil es sterben muss".

 Meine Geschichte geht bald zu Ende, aber sie muss nicht sterben, wenn Ihr sie am Leben erhaltet. Und mit meiner Geschichte können vielleicht viele Babys gerettet werden, indem sie erst gar nicht geboren werden. Denn glaubt mir, es ist schrecklich zu wissen, ein Baby zu sein, das nur geboren wurde, um zu sterben.

 Nun endet meine Geschichte hier und ich danke Euch, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, sie zu lesen. Und ich danke allen, die mit dafür kämpfen, dass nicht noch mehr solcher Geschichten geschrieben werden müssen. Eines Abends werdet Ihr in den Nachthimmel schauen und viele kleine Sterne werden Euch einen lieben Gruß mit einem wunderschönen Strahlen schicken. Und auf einem werde ich sitzen und Euch als kleines Danke mein schönstes Strahlen schicken.

Mit einem lieben Gruß gehe ich jetzt leise und sage Euch einen lieben Gruß, Euer kleiner Eddy.

Verfasser unbekannt